Federvieh neben Kiki Smith

Wenn Kunst und Natur aufeinandertreffen

Die Familie Würtenberger/Tümpel lädt auf das kürzlich erworbene Schlossgut Schwante und seinen Park. Jedes Wochenende können dort Besucher und Besucherinnen Skulpturen von teilweise namenhaften Kunstschaffenden eingebettet in dem alten Schlosspark bewundern. Gleichzeitig können sie die Korrespondenz zwischen Kultur und Natur erleben. Zur Stärkung gibt es Kaffee und Kuchen.

Das Schlossgut Schwante kann man nicht besuchen. Ein beschaulicher Feld-Wald-und-Wiesen-Weg führt direkt zu einem großen Tor mit einem kleinen Schild. „Privat“ steht darauf, und die Besucher bleibt erst einmal außen vor. Der Drei-Flügel-Bau aus dem Jahre 1744 wird von den Besitzern Loretta Würtenberger und Daniel Tümpel sowie ihren vier Kindern privat genutzt. Dennoch gibt es direkt daneben einen großen Parkplatz. Dahinter liegt ein altes Backsteingebäude, das heute Restaurantküche und Souvenirshop ist. Im Shop gibt es sehr fruchtige Himbeermarmelade mit Früchten von den umliegenden Feldern und feinen Honig, auch in Glas eingelegtes Wild aus der Umgebung. Außerdem kann man hier das Ticket für den eigentlichen Grund eines Besuches kaufen: den Skulpturenpark.

Kunst im Park

Der Skulpturenpark ist sehr grün mit Wiese in allen Formen und Variationen, mit alten und jungen Bäumen, zwei Teichen und immer wieder Bänken, Liegestühlen und natürlich Skulpturen. Dass sich die Gutsbesitzer mit Kunst nicht nur auskennen, sondern Kunst lieben und mit diesem Park einen frischen, neuen Zugang ermöglichen wollen, wird schnell klar.

Skulpturenpark Schlossgut Schwante

Es glitzert und schimmert, flattert und rauscht zwischen den Bäumen, da wird mit Farb- und Lichteffekten gespielt oder mit Sonne und Schatten. Skulpturen aus dem vergangenen Jahr verstecken sich unter tiefhängenden Ästen, so dass man erst kriechen und krabbeln muss, um sie zu finden. Eine Sound-Installation ist zu hören, und so kann man sich mit allen Sinnen durch den Park bewegen. Es gibt Raum und Platz zum Mäandern und Verweilen, Zuhören und Hinsehen. Wer es genau wissen und gut unterhalten werden will, kann immer samstags zur öffentlichen Führung kommen. Dabei kann er manch Hintergrundgeschichte erfahren, die den Kunstwerken eine sonst nicht immer leicht zu erschließende Tiefe geben.

Skulpturenpark Schlossgut Schwante

Nicht zu übersehen im Park ist beispielsweise eine hohe, schwarze Säule, die den Anschein macht, als wären viele schwarze Muschelelemente aufeinander in den Himmel gestapelt worden. Nachdenklich davorstehend kann es dann passieren, dass zwei stoisch mümmelnde Zwergponys am Horizont zwischen wilden Gräsern auftauchen.

Zwerponys beim Schloss Schwante

So viel sei verraten: Sie scheinen das Anfassen sehr gewöhnt zu sein, und ich habe mich ein bisschen geschämt, dem Drang, das flauschig-weiche Fell berühren zu wollen, nachgegeben zu haben. Nicht weit davon, außerhalb des umzäunten Skulpturenparks, gackert eine Gruppe ulkig aussehender Hühner konzentriert zwischen Backsteingebäude und Hof. Ihnen fehlt jene Abgeklärtheit der Ponys, sie tragen stolz das schwarze Federkleid zur Schau. Manchmal gibt es dort neben Backsteinbau und Hühner-Zuhause Tango-Nachmittage oder Yoga-Sessions in ganz eigenem Flair unter freiem Himmel. Dazu bietet das Restaurant immer frischen Kaffee und Kuchen und andere Leckereien an, die man ganz dringend (alle!) ausprobieren sollte.

Wer neugierig bleibt und ist und wirklich einen Blick in das eigentliche Schlossgut werfen will, muss dort entweder ein großes Fest feiern wollen und einen Bereich anmieten oder aber in der ARD -Mediathek eine Reportage anschauen.

Text

Nina Süßmilch, Berlin

Service

Kostenpunkt: Der Besuch des Skulpturenparks kostet 12 Euro, für Kinder unter 16 Jahren ist er frei. Die Preise im Restaurant bewegen sich im mittleren Preissegment.

Anreise: Am praktischsten ist es mit dem Auto, aber auch diverse Bimmelbahnen führen von Berlin kommend ans Ziel.

Öffnungszeiten: In der Sommersaison am Wochenende Freitag bis Sonntag, von 11 bis 18 Uhr.