Königin Luise von Preußen zum 250. Geburtstag
Am 10. März jährte sich der Geburtstag der beliebten Monarchin Königin Luise von Preußen, eine geborene Herzogin von Mecklenburg, zum 250. Mal. Passend dazu gibt es eine neue Geschichtsentdeckung: Königin Luise und das Schloss Charlottenburg.

Am 17. Juni 1798 schrieb Königin Luise aus Warschau, das als Hauptstadt der Provinz Südpreußen seit der dritten polnischen Teilung 1795 zu Preußen gehörte, an ihre Großmutter Prinzessin Marie Luise von Hessen-Darmstadt: »Morgen verlasse ich diese Stadt, wo es mir so gut wie nirgends noch gefallen hat. Meine Gesundheit hält wunderbarerweise den zahl- und namenlosen Anstrengungen stand, die ich durchmache. Am 29. bin ich in Charlottenburg, und der Gedanke daran ist mehr wert, als alle Beruhigungsmittel der Welt.«
Im November 1797 hatte König Friedrich Wilhelm III. nach dem Tod seines Vaters den Thron bestiegen und sollte im Mai 1798 in der traditionsreichen Königsberger Schlosskirche gekrönt werden. Im Frühjahr war das preußische Herrscherpaar also zu einer strapaziösen Huldigungsreise in die östlichen Teile der Monarchie und die neuen Provinzen aufgebrochen. Luise war hochschwanger mit ihrer Tochter Charlotte, der späteren russischen Kaiserin Alexandra Feodorowna und empfand diese politische Reise im Dienst der Dynastie und des Landes daher als besonders anstrengend.

Krönungsreise nach Danzig
Eine glanzvolle Krönung gab es schließlich doch nicht – der 28 Jahre alte, sehr bürgerlich auftretende König hegte eine Abneigung gegen pompöse Veranstaltungen und das steife höfische Zeremoniell. Im Gegensatz zu ihrem Gemahl hatte die ihrer Pflichten durchaus bewusste Luise ihre Freude an königlicher Repräsentation und höfischen Festen. Das Königspaar hielt schließlich in Danzig, Königsberg, Warschau und Breslau glanzvoll Hof. Es ließ sich den Adel der jeweiligen Provinz sowie die Honoratioren vorstellen und zeigte sich der neugierigen Bevölkerung.
Insbesondere der politisch schwierige Aufenthalt in der alten Königsstadt Warschau wurde zu einem Erfolg für Luise und damit auch für Preußen. Der bislang mehr als zurückhaltende polnische (Hoch-)Adel, der durch den Untergang Polens Privilegien und Einfluss verloren hatte, zeigte sich von der charmanten jungen Königin bezaubert. König Friedrich Wilhelm III. wusste die Fähigkeiten seiner Gemahlin – ihre politische Intuition, ihr zwangloses Auftreten und ihre Freude an königlicher Repräsentation – nicht nur an der Weichsel durchaus zu schätzen …
An ihren Bruder Georg, den späteren Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, schrieb Luise während der Reise, als könne sie ihre neue Stellung als Königin noch nicht ganz fassen: »Sonst reiste ich nach Frankfurt, um Krönungen zu sehen, jetzt lasse ich mich beinahe doch nun selbst krönen.« Sie fuhr fort: »Alsdann weiß ich mit Zuverlässigkeit, dass ich meinem Mann von Nutzen bin. Du weißt, er liebt nicht Cour, Gêne, Etiquette, und wie die Dinger alle heißen, und diese Reise ist eine Kette von solchen Dingerchen.«

MEErholung Erholung in Charlottenburg
Nach dieser anstrengenden Reise im Dienst der Monarchie freute sich Luise auf erholsame Tage ohne höfische Etikette in dem von ihr sehr geliebten Charlottenburger Schloss. Hier bewohnte sie während der Sommermonate das für ihren Schwiegervater noch kurz vor dessen Tod eingerichtete elegante Appartement im Obergeschoss des Neuen Flügels. Nach schweren Kriegszerstörungen im November 1943 vermitteln die inzwischen wiederhergestellten Räume ein anschauliches Bild höfischer Wohnkultur um 1800.
© Text und Fotos: Thomas Weiberg, Berlin

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